Nationalpark Coiba und geschützte Meeresgebiete

Der Nationalpark Coiba und geschützte Meeresgebiete an Panamas Pazifikküste im Golf von Chiriquí, der neben der Insel Coiba noch weitere 38 kleinere Inseln und Teile des Pazifiks rund um die Inseln umfasst, wurde 1992 zum Naturschutzgebiet erklärt. Wegen seiner unberührten Natur und der weltweit einzigartigen Artenvielfalt wurde das Schutzgebiet 2005 auf die UNEESCO Weltnaturerbe Liste gesetzt.
Von 1919 bis 2004 war die Insel Coiba eine Strafkolonie, die vollkommen von der Außenwelt abgeschieden war. Durch die lange Isolation der Insel entwickelte sich das Gebiet zu einem der schönsten Naturreservate der Welt. Unberührte Natur, tropische Regenwälder, weiße Sandstrände, reiche Mangrovenvorkommen und ausreichend Lebensraum für unzählige Pflanzen und Tiere.
Die Pflanzen- und Tierwelt im Coiba Naturschutzgebiet hat im Laufe der Jahre vielzählige neue Arten und Unterarten entwickelt, die nur in diesem Gebiet ansässig sind. Zu den endemischen Formen gehören zum Beispiel zwei Säugetierspezies, 20 Vogelarten und eine Schlangen Subspezies.
Es wird von circa 2.000 verschiedene vaskuläre Pflanzenarten ausgegangen, die im Nationalpark wachsen. Derzeit sind 858 Spezies identifiziert. Des Weiteren wurden 130 Flechtenarten und 148 verschiedene Pilzsorten registriert.
Das Naturerbe gehört zu den botanisch relativ unerforschten Gebieten und verbirgt zweifellos noch zahlreiche Geheimnisse.
Die Fauna der Säugetiere wird dominiert durch 30 Fledermaussorten.
Dank zahlreicher Süßwasservorkommen ist auch die Population an wirbellosen Lebewesen sehr hoch. So wurden 53 neue Insektenarten entdeckt.
Des Weiteren wurden im Coiba Nationalpark 147 verschiedene Vogelarten registriert, wovon 96 ausschließlich auf Coiba residieren. Auch die vor dem Aussterben bedrohten Würgadler (Morphnus guianesis) und die hellroten Aras (Ara macao) haben sich auf Coiba niedergelassen.
Das tropische Paradies ist Brutplatz für diverse Meeresschildkröten und die selten gewordene Lederschildkröte.
UNESCO Weltkulturerbe Panama – Nationalpark Coiba und geschützte Meeresgebiete gehört zu der Meeresschutzzone des Pacific Marine Biological Korridors und zählt zu den weltweit größten maritimen Naturparks.
In der Meeresschutzzone befindet sich eines der größten zusammenhängenden Korallensysteme der Welt mit 24 erfassten Steinkorallenarten, wovon 4 ausschließlich in Panama gesichtet wurden und 2 endemisch sind. Es wurden 14 verschiedene Schwammsorten gesichtet, von denen 3 der Wissenschaft noch vollkommen unbekannt waren. Des Weiteren haben sich 34 Weichkorallenarten angesiedelt, wovon 18 ausnahmslos im Coiba Nationalpark vorzufinden sind.
Die günstigen Strömungen (das Zusammentreffen von warmen und kalten Strömen) in den geschützten Meeresgebieten des Coiba Nationalparks beheimaten rund 760 verschiedene Fischspezies und 33 Haiarten.
Circa 4 bis 5 Monate im Jahr halten sich große Mengen von Buckelwalen in den geschützten Meeresgebieten auf.